„Willkommen in Kiel, Herr Bundespräsident!“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Sonnabendmittag (20. Juni) die Kieler-Woche-Regatta besucht. Bevor er am Abend das Sommerfestival vor dem Rathaus in Kiel-Sailing-City feierlich eröffnen sollte, ging der höchste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland mit dem Forschungsschiff „Malizia Explorer“ von Hochseesegler Boris Herrmann auf eine Regattabegleitfahrt. Im Anschluss ließ sich der Schirmherr der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG die Arbeit der Wasserretter auf der Kieler Woche erläutern und lobte den wichtigen Einsatz der Ehrenamtler.
Große Aufregung und Anspannung, aber auch Vorfreude lag in der sonnenerwärmten Luft auf dem Vorfeld des Olympiahafens Schilksee, als um 12.37 Uhr die schwere, schwarze Limousine mit dem Kennzeichen 0 - 1 und Bundesadler auf dem Kotflügel vorfuhr. „Willkommen zur Kieler Woche“, empfingen zahlreiche Gäste und Einheimische den Bundespräsidenten und seine Frau Elke Büdenbender am Fähranleger Schilksee überaus freundlich. Und die beiden fühlten sich an der Kieler Förde bei einer leichten südwestlichen Brise sichtlich wohl.
Neben der formellen Begrüßung durch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Kieler Oberbürgermeister Samet Yilmaz und Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst ging Steinmeier zielgerichtet auf ein kleines, blondes Mädchen zu, schüttelte ihm die Hand und fragte nach Namen, Alter und ob sie schon öfter hier gewesen sei. „Lumi aus Hamburg“, antwortete sie stolz, „ich bin jedes Jahr hier“. Es war die Tochter von YACHT-Chefredakteur Martin Hager.
Volksnah, fachlich ehrlich interessiert und ausgesprochen aufgeschlossen gab sich Frank-Walter Steinmeier auch an Bord der „Malizia Explorer“, deren Crew ihre zurückliegende Antarktis-Expedition erläuterte sowie die Pläne für eine in Kürze anstehende Forschungsreise auf der Ostsee. „Die wunderbare Ausfahrt war ein eindrucksvolles Erlebnis. Hier werden wertvolle Dienste für die weltweite Wissenschaft zum Meeres- und Klimaschutz geleistet“, lobte Steinmeier.
Auf dem Rückweg zur DLRG durchbrach das Paar noch einmal das Protokoll und widmete sich den euphorischen Besucherinnen und Besuchern am Absperrzaun. Sogar Selfies ließen Elke Büdenbender und Frank-Walter Steinmeier mit sich machen, ehe Sebastian Beck aus dem Vorstand der DLRG Kiel und Schleswig-Holsteins DLRG-Präsident André Tschirner mit einem Teil ihres Teams die Bandbreite der DLRG-Arbeit präsentierten. Sie reicht vom Schwimmen lernen von Kindern, was dem Bundespräsidenten besonders wichtig war, übers Wettkampfschwimmen bis hin zu den Sicherungs- und Rettungsteams bei Großveranstaltungen. Jung und Alt erzählten stolz in ihrem roten Dress, warum sie gerne bei der Kieler Woche helfen. Steinmeier: „Ohne diese Bereitschaft des Ehrenamts wären solche Events undenkbar.“
Vor dem Eintreffen des Bundespräsidenten wurde auf der Bühne der Sailing Arena in Schilksee die Kieler-Woche-Regatta offiziell eröffnet. Veranstalter und Ehrengäste nutzten die Gelegenheit, der Kieler Bewerbung um die olympischen Segelwettbewerbe 2036, 40 oder 44 Nachdruck zu verleihen. „Das Sportland Schleswig-Holstein fördert die Kieler Woche auch in den nächsten Jahren“, so Innenministerin Magdalena, „und natürlich auch die JO!-Kampagne“. „Wenn ich es entscheiden könnte, würde ich hier und heute Kiel den Zuschlag geben“, versicherte Petros Michelidakis, als Direktor vom Kieler-Woche-Premiumpartner boot eine Düsseldorfer Stimme aus der Bewerberregion Köln/Rhein/Ruhr, die sich neben München und Berlin um Olympia in Deutschland bemüht. Das war Wasser auf die Mühlen von Oberbürgermeister Yilmaz und Orga-Chef Ramhorst, die im Quartett mit Hornsignal riefen: „Die Kieler Woche Segelregatta ist eröffnet.“