Starker Rückenwind für Olympia in Kiel
Politik und Sport in Schleswig-Holstein arbeiten im engen Schulterschluss an der Vision, die olympischen und hoffentlich dann auch wieder paralympische Segelwettbewerbe nach Kiel zu holen. Beim hochkarätig besetzten Regattaessen des Kieler Yacht-Clubs (KYC) zur Kieler Woche 2026 bekräftigten Vertreter aus Landesregierung, der Stadt Kiel und dem Segelsport ihre Entschlossenheit hinter der Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044.
Nach einem starken positiven Votum der Kielerinnen und Kieler, bei dem sich fast zwei Drittel pro Olympia aussprachen, sieht KYC-Vorsitzender Hauke Berndt Kiel.Sailing.City in einer hervorragenden Ausgangslage. Mit diesem Rückenwind gehe es nun in der nächsten Phase darum „die anderen Hauptbewerberstädte davon zu überzeugen, dass Kiel der perfekte Partner für die Austragung der Segelwettbewerbe ist.“
Wichtige Verbündete hat Kiel bereits an seiner Seite. So haben sich die Landesseglerverbände Bayerns und Nordrhein-Westfalens bereits klar für den Standort an der Förde positioniert. „Wir sollten auf die Seglerinnen und Segler hören, wenn sie sich für den idealen Austragungsort für ihren Sport aussprechen“, forderte Berndt.
Kiel könne Großereignisse dieser Dimension problemlos stemmen, betonte Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke. Die Kieler Woche mit ihren mehreren Tausend Aktiven entspreche von der Teilnehmerzahl her „zehn Mal den Olympischen Spielen“. Finke machte die Ambitionen der Landesregierung deutlich: „Wir alle wollen die olympischen und auch paralympische Spiele nach Kiel holen. Ich hoffe, dass wir in einem Jahr sagen können: Deutschland bewirbt sich mit Kiel-Schilksee als Segelstandort.“
Dass die Förderung des Leistungssports nicht nur eine Absichtserklärung ist, untermauerte das Innenministerium bereits mit 75.000 Euro an den Segler-Verband Schleswig-Holstein (SVSH). Gemeinsam mit weiteren Mitteln wurden davon ein 49er, ein 49er FX, ein ILCA 7 sowie drei Trainerboote finanziert im Wert von insgesamt fast 250.000 Euro und am Freitag vor der Kieler Woche in Strande getauft.
Auch Kiels neuer Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz stellte sich klar hinter das Projekt der Olympiabewerbung. „Ich werbe für Olympia. Wir arbeiten daran im Schulterschluss“, betonte Yilmaz. Die nächsten konkreten Schritte stehen bereits unmittelbar bevor: In der kommenden Woche reist eine Delegation nach München, um dort die Kieler Bewerbung gemeinsam vorzustellen.
Auch in punkto Kieler Woche wurden am Rande des Regattaessens die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Kieler Yacht-Club verlängerte mit dem Norddeutschen Regatta Verein (NRV) Hamburg und dem Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) aus Berlin die bereits langjährige Vereinbarung, die Kieler Woche gemeinsam zu organisieren.
Zwischen intensiven Netzwerkgesprächen und einem exklusiven Dinner stand die Keynote der US-amerikanischen Hochseeseglerin Cole Brauer im Mittelpunkt des Regattaessens. „Cole hat eine besondere Geschichte geschrieben“, begrüßte Hauke Berndt die 32-jährige Co-Skipperin von Boris Herrmann im Team Malizia. Brauer hatte als erste Amerikanerin ein Solorennen nonstop die Erde umsegelt. Fesselnd erzählte sie von ihrem so gar nicht vorgezeichneten Weg in die Welt des Offshore-Segelns bis hin zur Baltic 500, bei der sie vor wenigen Wochen als Erste durch Ziel ging. Cole Brauer ist sicher: „You can be, whoever you want to be” – Du kannst sein, wer auch immer du sein willst.
Mit Rückenwind in die nächste Phase der Bewerbung: Der KYC-Vorsitzende Hauke Berndt plädierte dafür, in Sachen Olympisches Segelrevier auf die Segler zu hören. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Innenministerin Magdalena Finke sicherte Kiel volle Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein bei der Olympiabewerbung zu. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz, der von den Gästen des Regattaessens ein Geburtstagsständchen gesungen bekam, reist nach München, um dort das Kieler Konzept zur Olympiabewerbung vorzustellen. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Die Zukunft der Kieler-Woche-Regatta ist sicher: Der Kieler Yacht-Club, der Norddeutsche Regatta Verein und der Verein Seglerhaus am Wannsee arbeiten langfristig zusammen. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Cole Brauer vom Team Malizia inspirierte die Gäste des Regattaessens mit ihrer Geschichte im Hochseesegeln. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche