Nur 49erFX und Aalregatta zum Auftakt

Schwierige Windbedingungen reduzierten das Regattaprogramm der Kieler Woche zum Auftakt am Samstag (20. Juni) drastisch. Nur die olympischen 49erFX-Frauen mit drei Wettfahrten und die Aalregatta der seegehenden Yachten von der Kieler Innenförde nach Eckernförde gingen über die Bühne. Alle anderen fünf Klassen im Sailing Grand Slam und die 420er blieben bei stark wechselhafter Brise in Versuchen stecken.

Nach dem Start genossen die Dickschiffcrews bei der Aalregatta aus der Kieler Förde hinaus am Friedrichsorter Leuchtturm vorbei einen Spinnakerkurs. Foto: Christian Beeck/Kieler Woche

Nach dem Durchzug einer schweren Gewitterfront in der Nacht war die Vorhersage für den ersten Tag besser als die Realität. Schon vormittags brach die Sonne über Land durch die Wolken und Thermik kämpfte gegen den Gradientwind aus Südwest. Die Folge waren enorme Winddreher und große -löcher auf fast allen Regattabahnen. Nur dicht unter Land vor Schilksee waren die Bedingungen fair genug. Und KielerWoche.TV konnte drei spannende 49erFX-Rennen live übertragen.

Bei leichter bis selten mäßiger Brise kämpften die 49erFX-Frauen am ersten Tag der Kieler Woche vor dem Leetor um jeden Meter. Foto: Christian Beeck

Einen Sahneauftakt erwischten zunächst die Kanadierinnen Georgia und Antonia Lewin-LaFrance. Mit zwei Tagessiegen in der blauen Gruppe übernahmen sie gleich die Führung. Einen zwölften Platz danach durften sie schon streichen. „Es war trickreich. Wir mussten jede Sekunde höllisch aufpassen, nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden“, resümierte die Steuerfrau den Renntag, an dem Helen Pais und Helen Ausman aus Tallinn nur einen Punkt zurück Zweite wurden.

Dicht an dicht rundeten die 49erFX am ersten Samstag der Kieler Woche die Luvtonne. Foto: Christian Beeck/Kieler Woche

Eine Überraschung gelang Jule Ernst und Lea Adolph aus Bayern, die als Fünfte beste Deutsche wurden. Die Mitfavoritinnen und Olympia-Fünften Marla Bergmann und Hannah Wille vom Mühlenberger Segelclub landeten auf Rang zehn. Ihre Kieler Konkurrenz, Maru Scheel und Freya Feilcke, sind Zwölfte.

Einen langen Tag auf See erlebte das mehr als 200 Boote große Teilnehmerfeld der Aalregatta. Um fünf nach neun Uhr am Morgen gingen die ersten Yachten auf die rund 35 Seemeilen lange Reise, die letzten um halb elf. Als um 19 Uhr das Ziel vor dem Stadthafen von Eckernförde schloss, waren nicht alle im Zeitlimit geblieben. Nach knapp vier Stunden „First Ship Home“ wurde die „Calypso“ von Gerhard Clausen (Hamburg), was berechnet jedoch nur zu Rang drei in der ORC-Gruppe A/B reichte. Es siegte Ralf Lässig mit der „Xenia“ knapp vor der „Bajazzo“ von Sven Zoller. Der Kieler Harald Brüning hatte mit der „Topas“ in ORC C/D den Bug vorne.

Zeitweise begeisterte Champagnersegeln bei der Aalregatta zum Auftakt der Kieler Woche, teils flaute der Wind aber auch stark ab und machte die Strecke nach Eckernförde zu einem Geduldsspiel. Foto: Christian Beeck/Kieler Woche

Ganze acht Sekunden trennten das Siegerduo in der Wertung ORC-Double-Handed von ihren Verfolgern. Es siegten die Lokalmatadoren Jonas Hiller und Lea Spitzmann mit der „Voyage“ vor Patrick Heinrichs und Jan Findeisen auf der „Lynx“. Bei der Internationalen Deutschen Inshore-Meisterschaft im Seesegeln, die mit zwei skandinavischen Regatten zur Viking Challenge zählt, ging es nach dem Zieldurchgang sogar noch in den Protestraum. Am Ende stand die „Dixi 5“ von Erik Stannow aus Dänemark vor dem Norweger Jan Sverre Hoiden auf der „Son of Hurricans“ als Siegerin in ORC A/B fest. ORC C/D gewann Patrik Forsgren aus Schweden mit der „Garmin Team Pro4u“ vor der „Alsydbank“ von Torsten Bastiansen (Flensburg).

Mit 225 gemeldeten Booten glänzte die Aalregatta auf dem Hinweg von Kiel nach Eckernförde. Foto: Christian Beeck/Kieler Woche

Viele Familiencrews und Freizeitteams kämpften nach Yardstick um den Triumpf bei der Aalregatta. Schnellstes Boot nach berechneter Zeit blieb auf ihrem „Heimweg“ die „Concordia“ mit Steuermann Philipp Zülsdorf vom Segelclub Eckernförde. Jahrelang internationale Spitze im Contender auch auf der Kieler Woche zeigte der Eutiner Jan von der Bank mit Wiebke Siemsen sein Können auf seiner Berckemeyer 31 Classic und gewann die Yardstick-Wertung für Zweiercrews souverän.

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