Kieler Woche-Feedback optimiert Servicequalität
Der Auswertung vieler hundert Antwortbögen hat bereits zahlreiche Nachbereitungsrunden in mehreren Arbeitsgruppen nach sich gezogen und konkrete Maßnahmen ausgelöst. „Dieser Prozess wird bis zum ersten Startschuss und darüber hinaus fortgesetzt“, sagt Organisationsleiter Dirk Ramhorst, „denn der hohe Anspruch der Seglerinnen und Segler ist nicht nur berechtigt, sondern auch unser Anspruch.“
Die auch positive Kritik aus der vergangenen Kieler Woche wollen die Organisatoren sowohl beim Geschehen auf dem Wasser als auch an Land berücksichtigen und lassen etliche Veränderungen schon in die Vorbereitungen einfließen. Die Orientierung für die Wettkämpfe erfolge dabei konsequent anhand der Vorgaben des Weltsegelverbands World Sailing. Über den Austausch von Knowhow unter den weltweit führenden Veranstaltern hinaus geben international renommierte Kenner der Klassenanforderungen als sogenannte Course Representatives auf allen Bahnen Impulse bei der Kurssetzung, Ablaufqualität und im gesamten Regattamanagement. „Unter anderem soll eine gezielte Auswahl der Startschiffe mit optimiertem Ankergeschirr den hohen Eventstandard auch an Starkwindtagen sichern und ärgerliche Verzögerungen oder Rennausfälle vermeiden“, so der oberste Wettfahrtleiter für die Inshore-Bahnen, Fabian Bach, zu einem konkreten Punkt.
Auch auf der Seebahn, die aufgrund ihrer bei den meisten Windrichtungen weitgehend ungeschützten Lage nahe Stollergrund hohem Wellengang und Strömung ausgesetzt sein kann, wird entsprechend reagiert. Es kommt ein anderes Startschiff als bisher mit längerer Ankerkette zum Einsatz. Die Startgruppen zur Aalregatta werden komprimiert, so dass die letzten Boote keine zwei Stunden nach den ersten auf die Wettfahrt nach Eckernförde gehen. Dort kommen die letzten Yachten zudem eher ins Ziel, da die langsameren Gruppen zuerst starten. Bei den Tagessiegerehrungen stellt sich der Wettfahrtleiter ab sofort zum Feedbackgespräch. Und am Dienstagabend steigt im geschlossenen Kreis eine Party, die vor allem auch Seeseglerinnen und -segler ansprechen soll.
Denn abseits der Regattabahnen wird das Erlebnis der Teilnehmenden stärker in den Mittelpunkt gerückt. So soll die Sailors Lounge den Aktiven vorbehalten bleiben, die dort nach den Wettkämpfen eine exklusive Chill-out-Area mit kostengünstigeren Snacks und Drinks bekommen. Zu den Hauptzeiten des Slippens vorm Aus- und Einlaufen in den Hafen wird die Promenade vor den Rampen für das Publikum gesperrt, um niemanden zu gefährden und einen zügigen Ablauf zu ermöglichen. Außerdem ist mit neuem Automobilpartner die Wiederaufnahme des Trailer-Shuttles aufs Hafenvorfeld geplant. Segel- und Bootsreparatur-Services vor Ort runden das Angebot auch im Havariefall ab.
Eine frühzeitigere Veröffentlichung der Segelanweisungen soll einher gehen mit verständlicheren, eindeutigen Formulierungen (vor allem für das Seesegeln), wobei die drei Bereiche olympische Disziplinen, internationale Klassen und Offshore klarer getrennt werden. Das Portal Manage2Sail wurde dem Nutzerverhalten entsprechend auf Mobil-First umgestellt. Eine anwenderfreundliche Auffindbarkeit der Inhalte wird großgeschrieben.
Ein Highlight und Alleinstellungsmerkmal der Kieler Woche bleibt: Angehörige, Freaks und Schaulustige sind auf KielerWoche.TV bei den Rennen des Tages ausgewählter Klassen vor der Großleinwand der Sailing Arena hautnah dabei. Die Liveübertragungen der Wettfahrten kann jedermann im Internet zudem per GPS-Tracker verfolgen. Etliche Segelstars der olympischen Klassen hatten dieses Angebot zuletzt bei den ersten beiden Großevents der Saison in Palma de Mallorca und Hyères/Frankreich schmerzlich vermisst.
In Kiel sind die ersten fünf Tage Live-Coverage geplant. Dank neuer Übertragungstechnik kann KielerWoche.TV von fast allen Bahnen auf der Kieler Bucht senden, so dass die zuvor notwendige Rotation der ausgewählten Klasse auf die Medienbahn Hotel weitgehend entfallen sollte. Ab Donnerstag hält im internationalen Teil ein Mix aus TV-Highlights, Social-Media-Inhalten und Live-Acts auf der Bühne, die enger miteinander verzahnt werden, das Bühnenprogramm spannend. Mit einem noch stärkeren, abwechslungsreichen Auftritt in den sozialen Netzwerken wird die Kieler Woche einem weiteren Teilnehmerwunsch gerecht.
Wer selbst auf Social-Media-Kanälen posted, kann dafür auf eine breit gefächerte Galerie von Actionfotos und Stimmungsmotiven zurückgreifen, bereitgestellt über die regattaspezifische Website unter sailing.kieler-woche.de, die schon seit einigen Monaten online ist. In punkto Kommunikation mit den Aktiven setzen die Organisatoren auf schnelle, zielgerichtete Wege über eine Kieler Woche-WebApp, die auf die einzelnen Bootsklassen zugeschnitten wird, und einen WhatsApp-Broadcast-Channel, auf denen Intentionen und Entscheidungen der Wettfahrtleitungen, Wetter- und Windinfos, Protestzeiten und mehr transportiert werden sollen.
Den Auftakt zur Kieler Woche macht auch 2026 wieder die traditionelle Aalregatta am ersten Sonnabendvormittag aus der Innenförde nach Eckernförde. 181 Mannschaften seegehender Yachten (Stand 22. Mai) wollen dabei sein, darunter 36 Zweiercrews. Mittags startet nach der Eröffnung der olympische Teil im Zeichen des Sailing Grand Slams, in dem 120 Männer in der ILCA-7-Jolle den stärksten Zulauf zeigen. Während die Entscheidungen am Mittwoch (24. Juni) in den Medal Races fallen, starten die Flying Dutchman (FD) bereits mit mehr als 70 Booten in ihre Weltmeisterschaft.
Einen Tag später beginnt der Eurocup der 29er als Generalprobe für die WM kurz nach der Kieler Woche ebenfalls in Schilksee. Die 151 Meldungen waren sogar drei mehr als in der geschlechteroffenen ILCA 6. Aalregatta und Kiel Cup bilden die internationale deutsche Inshore-Meisterschaft im Seesegeln im Rahmen der Viking Challenge. Um die gleichen Titel „double handed“ geht es beim Silbernen Band und Senatspreis für Zweierteams.
Ein Blick in die Meldelisten unterstreicht einmal mehr die vielfältige Internationalität der Kieler Woche. Neben der Phalanx der Einheimischen bieten Großbritannien und Schweden mit Abstand die größten Teams aus Europa auf. Darüber hinaus sind alle Kontinente vertreten, von Argentinien, Brasilien und Chile aus Südamerika über Deutschlands ersten Fußball-WM-Gegner Curaçao und Puerto Rico bis nach Australien und Neuseeland auf der anderen Seite des Globus. Marokko, Nigeria und Südafrika sind genauso mit von der Partie wie Hongkong, Singapur und Thailand aus Asien.