Aktuelles Kieler Woche

Zwei Ungarn zum 15. Mal FD-Weltmeister

Die hochsommerliche Kieler Woche schloss am Sonntag (28. Juni) mit den letzten Segelrennen in den internationalen Bootsklassen. Weltmeister im Flying Dutchman wurden Szabolcs Majthenyi und András Domokos aus Ungarn – und das bereits zum 15. Mal. Die WM-Generalprobe der 29er im Eurocup gewann die polnische Crew Blanka Sójkowska und Julia Nagórska. Trotz der herausfordernden Bedingungen mit viel Leichtwind und Flaute wurden insgesamt rund 200 Wettfahrten absolviert. Fast 250 Yachten hatten die Kieler Woche vor neun Tagen mit der Aalregatta nach Eckernförde eröffnet, bevor der Sailing Grand Slam Champions aus sechs verschiedenen Nationen in den olympischen Disziplinen kürte. Der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh der Kieler-Woche-Regatta zum Start prominenten Glanz.

Rekordhitze schluckte den Segelwind

Kein Wind, keine Segelwettfahrten – auf diesen einfachen Nenner kam die Kieler Woche am Sonnabend (27. Juni), dem vorletzten Tag der Regatta in Kiel-Schilksee. Einzig das am Freitagabend gestartete Silberne Band der seegehenden Yachten, landläufig Dickschiffe genannt, wurde nach einer Streckenverkürzung noch ins Ziel gebracht. Die Gluthitze über halb Europa hat auch den Norden Deutschlands erfasst und saugte jeglichen Segelwind auf, bevor in der Nacht zu Sonntag schwere Gewitter erwartet werden. Für den Schlusstag hoffen die Aktiven und Organisatoren nach einer anspruchsvollen Woche auf eine versöhnliche Brise.

Kieler Woche: Segeln wie in der Karibik

Temperaturen von 28 Grad über dem Wasser und eine mäßige östliche Brise sorgten am Freitag (26. Juni) bei der Kieler Woche für ideale, karibische Segelbedingungen. In allen neun internationalen Bootsklassen wurde auf sieben Regattabahnen fast das volle Wettfahrtprogramm mit 48 Rennen absolviert. Bei der Weltmeisterschaft der Flying Dutchman (FD) übernahmen Szabolcs Majthenyi und András Domokos aus Ungarn die Führung vor Kay-Uwe Lüdtke und Kai Schäfers (Stechlin/Hamm). 29er-Spitzenreiter im Eurocup blieben Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen knapp vor der Australierinnen Mia Austin und Zara Marks. Die Kieler Woche läuft noch bis Sonntag.

Drei lupenreine 29er-Tagessiege für Polen

Die Weltmeisterschaft der Flying Dutchman hat ihre ersten Tagessieger. Jørgen und Jacob Bojsen-Møller aus Dänemark nutzten das einzige Abendrennen und verwiesen die Ungarn Szabolcs Majthenyi/András Domokos sowie Markus und Joshua von Lepel aus Berlin auf die Plätze. Ganz oben in der Tabelle des 29er-Eurocups stehen Blanka Sójkowska und Julia Nagórska aus Polen vor Argentiniern und Australierinnen. Auch der Auftakt des zweiten, internationalen Teils der Kieler Woche litt am Donnerstag (25. Juni) unter der Schwachwindlage, die weniger als das halbe Regattaprogramm zuließ. Am Freitag werden indes absolute Topsegelbedingungen erwartet. 

Starker Rückenwind für Olympia in Kiel

Politik und Sport in Schleswig-Holstein arbeiten im engen Schulterschluss an der Vision, die olympischen und hoffentlich dann auch wieder paralympische Segelwettbewerbe nach Kiel zu holen. Beim hochkarätig besetzten Regattaessen des Kieler Yacht-Clubs (KYC) zur Kieler Woche 2026 bekräftigten Vertreter aus Landesregierung, der Stadt Kiel und dem Segelsport ihre Entschlossenheit hinter der Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044.

Vier deutsche Medaillen mit 470er-Gold

Ein rein deutsches 470er-Podium ohne Finale und eine hauchdünne Bronzemedaille im 49erFX für Sophie Steinlein und Catherine Bartelheimer vom NRV Hamburg – das sind die größten Erfolge für den Deutschen Segler-Verband im olympischen Teil der Kieler Woche. Eine weitreichende Flaute ließ am Mittwoch (24. Juni) nur vier von zwölf geplanten Medaillenrennen zu. Das beraubte auch die ILCA-7-Asse Ole Schweckendiek (Kiel) und Philipp Buhl (Sonthofen) als Vierter und Fünfter der Chance, noch aufs Treppchen des Sailing Grand Slams zu steigen. Die fünf weiteren Goldmedaillen gingen an die Schweiz (49er), Kanada (49erFX), Italien (ILCA 7), Dänemark (ILCA 6) und Großbritannien im Nacra 17.

Hochspannung im ILCA: Topstar Buhl mit Aufholjagd

Zehn deutsche Boote gehen am Mittwoch (24. Juni) auf der Kieler Woche in die beiden finalen Medaillenrennen der sechs olympischen Disziplinen des Sailing Grand Slams. Beste Chancen haben drei 470er-Mixedcrews, die bereits alle Podiumsplätze belegen. Auf Bronzekurs liegen Sophie Steinlein vom Gardasee und Catherine Bartelheimer aus Kiel im 49erFX. In Lauerstellung direkt hinter den ersten drei ILCA 7 wollen Ole Schweckendiek (Kiel) und Philipp Buhl (Sonthofen) „nochmal angreifen“.

„Dixi 5“ und „Niramo“ holen IDM-Gold

Die neuen internationalen deutschen Inshore-Meister im Seesegeln kommen aus Dänemark und Kiel. Bei der Kieler Woche siegten am Dienstag (23. Juni) die „Dixi 5“ von Erik Stannow aus Helsingør (ORC A/B) und Sönke Meier Sawatzkis hochkarätig besetzte „Niramo“ (ORC C/D). Nach neun Rennen an vier Tagen bei überwiegend leichter Brise, angefangen mit der traditionellen Aalregatta, holten die beiden Crews auch maximale Punkte in der deutsch-skandinavischen Regattaserie Viking Challenge. Die ersten Kieler-Woche-Gewinnerinnen in den Jollenklassen kommen aus den USA. Im 420er siegten Melanie Lahrkamp und Estella Morris.

Ole Schweckendiek an der ILCA-7-Spitze

Lokalmatador Ole Schweckendiek hat am Montag (22. Juni) bei der Kieler Woche die Spitzenposition der ILCA-7-Klasse Übernommen. Durch einen Tagessieg verwies er den Gewinner des zweiten Gruppenrennens, Attilio Borio aus Italien, auf Rang zwei. Die Vize-Weltmeister Simon Diesch und Anna Markfort (Deggernhausertal/Kiel) bauten ihre Führung bei den 470ern mit zwei Tagessiegen deutlich aus. Maru Scheel und Freya Feilcke aus Kiel sprangen bei erneut leichten Winden hauchdünn hinter den 49erFX-Führenden Georgia und Antonia Lewin-Lafrance aus Kanada sowie Freya Black und Saskia Tidey (Großbritannien) aufs Zwischenpodium. Am Dienstag (23. Juni) fallen in allen sechs Disziplinen des Sailing Grand Slams die Entscheidungen, wer in die finalen Medal Races der Top Ten einzieht.